Ich dachte, es wäre ein Pflichttermin: Begegnung mit der
Kirchenverwaltung der Church of South India. Aber es kam ganz anders.
Die Leitung wechselt unter den 24 Bischöfen. Mit zwei der
Diözesen hat die EKHN Partnerschaftsbeziehungen. Die Kirchenverwaltung sitzt in
Chennai, das von der britischen Kolonialherrschaft Madras genannt wurde. Generalsekretär Samandana hat in Deutschland promoviert
und berichtet uns mit seiner Abteilungsleiterin und seinen vier
Abteilungsleitern einige spannende Fakten. Schon 1947 wurde die CSI als Union von anglikanischen,
reformierten, methodistischen Kirchen gegründet.

Sehr inspirierend, wie die Gemeinden heute aus ihren
Strukturen herausgehen. Statt Gemeindewachstum wollen sie Christ-Communities bauen.
Mit Menschen am Rand der Gesellschaft. Den niedrigen Kasten, Kastenlosen,
Ureinwohnern, Menschen mit Behinderung. Menschen aller Religionen. Frauen
fördern, gemeinsam mit Kindern nach dem Platz biblischer Geschichten im eigenen
Leben suchen. Kirchliche Räume für die Dorfgemeinschaften öffnen. Überlegen, wo
Kirche mit ihren Strukturen selbst eine Barriere zwischen Menschen und der
Botschaft von der Liebe Gottes darstellt.
Mit ihren rund 4 Millionen Mitgliedern ist die CSI zwar
nach der römisch-katholischen Kirche die zweitgrößte Kirche Indiens, aber
trotzdem mit einem Anteil von etwa 1 bis 2 Prozent an der Gesamtbevölkerung in
ihrem Kirchengebiet eine kleine aber quicklebendige und hochaktive Minderheit.
Eine überraschend tief beeindruckende Begegnung.
Joachim Schauß